Etwas weiter die Schotterstraße hinunter herrscht reges Treiben.
Transporter mit den Logos verschiedener Unternehmen stehen am Straßenrand, während Handwerker zielstrebig zwischen Hebebühnen, Werkzeugen und Baumaterialien arbeiten. Die letzten Details eines neuen 3.000 Quadratmeter großen Broilerstalls nehmen nach und nach Gestalt an.
Mitten im Geschehen tritt Mathias Højgaard aus dem Gebäude. Er lächelt, schüttelt die Hände der Anwesenden und lässt seinen Blick kurz über die Baustelle schweifen.
„Wenn wir noch ein Stück die Straße hinunterfahren, können wir uns dort in Ruhe unterhalten“, sagt er.
Kurz darauf steigt er auf sein ATV und fährt langsam zu dem Hof, auf dem er gemeinsam mit seiner Frau und ihrer kleinen Tochter lebt. Er führt den Weg in einen schlichten Aufenthaltsraum in einem der Stallgebäude. Von hier aus hat man einen guten Blick auf zwei Broilerställe, die schon bald um einen dritten ergänzt werden.
Genau diese Erweiterung ist der Anlass für das heutige Gespräch.
Mathias Højgaard ist 32 Jahre alt und führt den Familienbetrieb in zweiter Generation im Westen Dänemarks weiter. Sein Vater errichtete 1991 den ersten Broilerstall, sieben Jahre später folgte ein zweiter.

Eine Investition mit Bedacht
Bevor Mathias den Betrieb im Jahr 2023 übernahm, schlug er zunächst einen etwas anderen Weg ein. Er absolvierte eine Ausbildung zum Landmaschinenmechaniker – ein Beruf, der ihm wirklich Freude bereitete. Mit der Zeit wurde ihm jedoch klar, dass seine eigentliche Leidenschaft nicht in der Werkstatt lag.
„Es fiel mir fast schwerer, die Maschinen die Werkstatt verlassen zu sehen, als sie zu reparieren. Ich habe mich jeden Tag darauf gefreut, Feierabend zu haben, damit ich nach Hause fahren und für meinen Vater mit den Maschinen arbeiten konnte.“
Seine Ausbildung vermittelte ihm ein solides technisches Fundament, doch sein Interesse an der Landwirtschaft blieb bestehen. Deshalb entschied er sich anschließend für eine landwirtschaftliche Ausbildung.
„Als ich meinen landwirtschaftlichen Abschluss gemacht hatte, musste ich mir eingestehen, dass Mathematik nicht gerade meine Stärke war. Mir wurde klar, dass ich mich in den Bereichen Zahlenverständnis und Finanzmanagement weiterentwickeln musste.“
Deshalb setzte er seine Ausbildung fort und qualifizierte sich zum Agro Business Manager. Dadurch erwarb er ein deutlich tieferes Verständnis für Finanzierung und Unternehmensführung.
Dieses Wissen erwies sich als besonders wertvoll, als die Pläne für den neuen Broilerstall konkrete Formen annahmen. Eine Investition dieser Größenordnung erfordert eine sorgfältige finanzielle Planung – und eine Bank, die an das Projekt glaubt.
„Als junger Landwirt war es nicht einfach, das Kapital für eine solche Investition zu beschaffen. Zum Glück hat die Bank an mich geglaubt“, sagt er mit einem Lächeln.
Ursprünglich war geplant, gleich zwei neue Ställe zu bauen.
Dazu kam es jedoch nicht.
„Wir hätten zwei Ställe bauen können, aber das hätte unsere finanzielle Situation zu sehr belastet. Ich baue lieber einen Stall nach dem anderen und sorge dafür, dass der Betrieb finanziell gesund bleibt.“
Er lächelt erneut, als er sich an einen Rat seines Vaters erinnert.
„Er sagt immer: Es ist besser, auf einem alten Traktor zu sitzen und sich einen neuen leisten zu können, als umgekehrt.“
Diese Philosophie prägt bis heute die Art und Weise, wie Mathias seinen Betrieb weiterentwickelt.
Seit 2017 ist die Produktion kontinuierlich gewachsen. Anfang 2026 produzierte der Betrieb bereits rund 400.000 bis 450.000 Broiler pro Jahr. Darüber hinaus bewirtschaftet der Hof 130 Hektar Ackerland und übernimmt in begrenztem Umfang Lohnarbeiten für benachbarte Betriebe.
Mit dem neuen Broilerstall wird sich die Produktion nahezu verdoppeln. Für Mathias Højgaard ist diese Investition jedoch weit mehr als eine Kapazitätserweiterung – sie ist vor allem der Aufbau eines starken Fundaments für die Zukunft.

Von der Idee zur Realität
Wir fahren zurück und parken vor dem neuen Broilerstall. Im Inneren herrscht noch geschäftiges Treiben. Einige Handwerker kümmern sich um die letzten Installationen, während andere den Stall auf die erste Einstallung vorbereiten.
Bei der Planung wurde nichts dem Zufall überlassen.
Mathias besuchte andere Geflügelhalter, um sich Inspiration zu holen, und übernahm die Lösungen, die für seinen eigenen Betrieb am sinnvollsten waren.
„Man muss das Rad nicht jedes Mal neu erfinden. Es gibt viele erfahrene Kollegen, und ich habe versucht, die besten Ideen von ihnen mitzunehmen.“
Besonders deutlich wird das im Eingangsbereich.
Auf der einen Seite des Haupteingangs befinden sich der Heizraum und Lagerräume. Auf der anderen Seite liegen die Hygieneschleuse, die Sanitäranlagen sowie die Räume, die für den täglichen Betriebsablauf benötigt werden.
Bevor jemand den Broilerstall betritt, muss geduscht und die Kleidung gewechselt werden.
Für Mathias hat die Biosicherheit höchste Priorität.
„Wenn man zu den Tieren geht, muss man duschen – und das gilt auch, wenn man den Stall wieder verlässt. Wenn man danach zu einer Besprechung oder einem Elternabend fährt, ist man bereits sauber und kann direkt los.“
Auch die technische Ausstattung wurde bis ins Detail durchdacht.
Rohrleitungen und Heizkörper wurden so aufgehängt, dass sich das Metall bei Temperaturschwankungen frei ausdehnen kann und gleichzeitig die Reinigung des Stalls erleichtert wird.
„Es sollte so wenig wie möglich von der Decke hängen. Je weniger dort hängt, desto einfacher lässt sich der Stall waschen und reinigen.“
Dieses Prinzip floss auch in die Zusammenarbeit mit LANDMECO ein, das den Großteil der Einrichtung für den neuen Broilerstall geliefert und installiert hat.

Wertvolle Zusammenarbeit
Mathias erzählt, dass er während des gesamten Projekts eng mit Rune Thomsen von LANDMECO zusammengearbeitet hat.
„Rune verfügt über ein enormes Fachwissen, und man merkt sofort, dass er selbst in der Geflügelproduktion gearbeitet hat. Er versteht genau, worüber wir sprechen.“
Ein gutes Beispiel für diese Zusammenarbeit ist das Absperrsystem, das beim Ausstallen der Tiere eingesetzt wird. Während eines ihrer Gespräche brachte Rune eine Idee aus der Legehennenhaltung ein.
„Rune erklärte, dass in Legehennenställen oberhalb der Tränkelinien ein Doppeldrahtsystem eingesetzt wird, damit sich die Hennen dort nicht niederlassen. Dadurch kamen wir auf die Idee, ob sich dieselbe Lösung nicht auch als Absperrung in unserem Broilerstall nutzen ließe.“
Es stellte sich heraus, dass damit gleich zwei Herausforderungen gelöst wurden.
Heute dient der Doppeldraht sowohl als Aufhängung für die Tränkelinien als auch als Barriere, wenn die Tiere beim Ausstallen in einzelne Bereiche aufgeteilt werden. Die Broiler springen nicht über den Draht, sodass kein Netz mehr benötigt wird, das sonst von der Decke auf- und abgelassen werden müsste.
Für Mathias ist dieses Beispiel ein perfekter Beleg dafür, welchen Mehrwert eine enge fachliche Zusammenarbeit bieten kann.
„Ich hatte klare Vorstellungen davon, wie der Stall funktionieren sollte, und Rune brachte seine Erfahrungen aus einem anderen Bereich der Geflügelhaltung ein. Gemeinsam haben wir eine Lösung gefunden, die genau zu meinen Anforderungen passt.“
Vertrauen entsteht mit der Zeit
Wenn Mathias über die Zusammenarbeit mit LANDMECO spricht, denkt er an weit mehr als nur an den neuen Broilerstall.
Die Partnerschaft besteht bereits seit mehreren Jahren, weshalb ihm die Wahl des Ausrüsters für dieses Projekt leichtfiel.
„Wir haben nach und nach immer mehr unserer Ausstattung auf LANDMECO umgestellt. Ich bin mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden, weil man dort immer mit Menschen spricht, die einem tatsächlich weiterhelfen können.“
Für Mathias zeigt sich der wahre Wert eines Lieferanten vor allem dann, wenn etwas Unerwartetes passiert – und genau das hat er bereits mehrfach erlebt.
Einmal war eine Tränkelinie heruntergefallen, ohne dass es jemand bemerkt hatte. Nur sechs Stunden bevor die nächste Herde eingestallt werden sollte, waren sämtliche Tränkeschalen beschädigt.
„Ich habe Rune Thomsen angerufen, und er sagte einfach, ich solle die Ersatzteile im Lager abholen. So konnten wir alles rechtzeitig wieder einsatzbereit machen.“
Ein anderes Mal sorgte ein defekter Futtermotor für erheblichen Zeitdruck.
„Ich habe Rune angerufen, und wir haben sofort eine Lösung gefunden.“
Anschließend nennt Mathias ein hypothetisches Beispiel.
„Wenn die Fütterungsanlage am Heiligabend ausfällt, bringt es nichts, wenn man nur einen Anrufbeantworter erreicht, der sagt, man solle nach Weihnachten wieder anrufen. Die Produktion muss weiterlaufen.“
Außerdem schätzt er, dass die Mitarbeiter von LANDMECO sowohl ihn als auch seinen Betrieb persönlich kennen.
„Bei LANDMECO habe ich nie das Gefühl, nur irgendein Kunde zu sein. Ich habe das Gefühl, dass man mich als Menschen kennt.“
Der Blick nach vorn
Dieses Vertrauen war auch der Grund, weshalb sich Mathias ohne zu zögern für LANDMECO als Ausstatter des neuen Broilerstalls entschied.
Obwohl der Bau kurz vor dem Abschluss steht, richtet sich sein Blick bereits auf die Zukunft.
Geplant ist, vor 2030 einen weiteren Broilerstall in Betrieb zu nehmen. Er soll direkt neben dem neuen Stall entstehen.
„Die Umweltgenehmigung dafür habe ich bereits – und solche Genehmigungen bekommt man nicht einfach so. Natürlich muss man sie auch nutzen. Ich bin überzeugt, dass eine Produktionsgenehmigung in Zukunft ein sehr wertvoller Vermögenswert sein wird.“
Dabei betont er, dass es ihm nicht darum geht, der größte Produzent zu werden.
Sein Ziel ist es vielmehr, den Betrieb verantwortungsvoll weiterzuentwickeln.
„Geflügelfleisch hat einen vergleichsweise geringen CO₂-Fußabdruck, ist mageres Fleisch, und die Verbraucher haben eine große Auswahl an Produkten. Ich bin überzeugt, dass die Geflügelbranche eine vielversprechende Zukunft vor sich hat.“
Bevor wir uns verabschieden, kommt Mathias mehrmals darauf zurück, dass dieses Projekt niemals das Werk eines Einzelnen gewesen ist.
Seine Frau, seine Eltern, seine Schwiegereltern, seine Familie und seine Freunde haben ihn während des gesamten Projekts unterstützt.
„Ein Bauprojekt dieser Größenordnung ist komplex. Viele Menschen haben im Laufe des Prozesses mitgeholfen, und das bedeutet mir sehr viel.“
Genau deshalb freut er sich auch auf den bevorstehenden Tag der offenen Tür.
„Jetzt können sie sehen, woran sie mitgewirkt haben. Viele sind während der Bauzeit hier vorbeigefahren und haben die Entwicklung von außen verfolgt. Nun können sie den Stall endlich auch von innen sehen.“
Wir treten noch einmal nach draußen. Die Handwerker sind weiterhin damit beschäftigt, dem neuen Broilerstall den letzten Schliff zu geben.
Mathias Højgaard bleibt einen Moment stehen und zeigt schließlich auf die freie Fläche neben dem neuen Gebäude.
„Dort wird der nächste Broilerstall stehen.“
Text: Journalist Mikael Sand, JVR Consult.